Stigghiola and mangia e bevi, traditional Palermo street food

Zwei sehr palermitanische Gerichte, entstanden aus der "cucina povera" und der Gewohnheit, nichts zu verschwenden. Die berühmten sizilianischen Lammdärme und Frühlingszwiebeln, die in Pancetta gewickelt werden.

„Stigghiola“ und „Mangia e Bevi“

Das berühmte Streetfood von Palermo kommt aus der cucina povera. Als ich zum ersten Mal in einer Metzgerei ein Gehirn gesehen habe, habe ich mich gefragt: „Wie bereitet man das hier eigentlich zu?“ Meine Freunde sagten: gar nicht. Man isst es roh. (Ehrlich gesagt musste ich sofort an Hannibal Lecter denken.) Außerdem hat man mir eine Familiengeschichte von einem Essen erzählt, bei dem gekochte Lammköpfe serviert wurden. Und das Beste daran waren … die Augen. Am Tisch ging sofort der Kampf los, wer sie bekommen würde!

Bei der cucina povera geht es immer auch darum, nichts wegzuwerfen. So entstand auch die Stigghiola, eines der bekanntesten Streetfoods von Palermo. Sie wird über Holzkohle gegrillt und schickt dabei dicke weiße Rauchwolken in die Luft. Übersehen kann man sie kaum. Probieren muss man sie allerdings nicht unbedingt. Stigghiola besteht aus Lamm- oder Ziegendärmen, die gegrillt werden. Sie können um Frühlingszwiebeln gewickelt oder einfach auf Spieße gesteckt werden. Auf den Märkten von Palermo sieht man oft einfach gegrillte Därme am Spieß. Das ist definitiv Geschmackssache. Wenn du sie probieren willst, nimm am besten eine schön goldbraun gegrillte — Stigghiola sollte knusprig sein.

Ein weiterer Klassiker, nach dem mich Besucher der Stadt oft fragen, ist Mangia e Bevi. Am besten gefällt mir daran eigentlich der Name, denn ich esse überhaupt keine Zwiebeln und kann mich deshalb nur am Aussehen und am Geruch erfreuen. Mangia e Bevi besteht aus frischen Frühlingszwiebeln, die in frische Pancetta gewickelt und anschließend gegrillt werden. Beim Grillen gibt die Pancetta ihr Fett an die Frühlingszwiebel ab. So wird das Ganze saftig und aromatisch, außen knusprig und innen weich. Man sagt, dass man danach großen Durst bekommt — und genau daher soll der Name kommen: mangia e bevi — iss und trink.