Als man mir diesen Ort zum ersten Mal zeigte, erklärte man mir, dass die Focaccia hier nicht die ist, die die meisten Menschen außerhalb Palermos kennen. Das ist unsere lokale Focaccia, in der Meusa serviert wird. Vereinfacht gesagt ist die palermitanische Focaccia ein weiches Brötchen für Sandwiches (verzeiht mir diesen etwas groben Vergleich).
Die Focacceria San Francesco war der erste Ort, an dem das palermitanische Street Food den Weg in ein Restaurant fand. Vor etwa 150 Jahren erhielt ein Hofkoch als Dank für seine Dienste einen Teil des Palastes seiner Arbeitgeber geschenkt. Dort eröffnete er das erste Restaurant mit traditioneller palermitanischer Küche – einen Ort, an dem sich die Einheimischen treffen konnten. Mit der Zeit kamen zu den Palermitanern auch berühmte Persönlichkeiten wie Giuseppe Garibaldi, Ruggero Settimo, Vincenzo Florio und Ernesto Basile – große Politiker, Unternehmer und Künstler. Aber ich glaube, die Erklärung ist viel einfacher: Das Restaurant war einfach berühmt.
Auch wenn du dort nichts essen möchtest, empfehle ich dir trotzdem, hineinzugehen und dich umzusehen. An den Wänden hängen alte Fotografien, und obwohl das Interieur restauriert wurde, hat es den Stil jener Zeit bewahrt. Man sagt außerdem, dass die Focacceria ihre historische Küche bis heute erhalten konnte. Ich esse dort nur sehr selten, schaue aber immer wieder vorbei, einfach um den Anblick zu genießen. Das Schild, die Buntglasfenster, die Türen, das Interieur – für mich ist all das der Atem des alten Palermo.
