Memorial plaque for Gaetano Vitale in Palermo

An einer Wand im Capo ist bis heute eine Inschrift für einen Mann zu sehen, der während des Krieges vielen Kindern mit Eselsmilch half zu überleben. Der Legende des Viertels nach kehrte Jahre später eines dieser Kinder aus Amerika nach Palermo zurück, um ihm zu danken. Doch es war zu spät: Der Milchmann war bereits gestorben, also hinterließ der Mann diese Botschaft an der Wand seines Hauses.

Der Milchmann vom Capo

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Gestern Abend habe ich mit Freunden bei Isgrò auf dem Capo-Markt gegessen. Als wir danach durch die kleinen Innenhöfe der Gegend spazierten, stieß ich auf den Namen eines Mannes, den ich schon kannte, aber irgendwie vergessen hatte. Dabei sind es genau solche Geschichten, die eine Stadt für mich lebendig machen: die Geschichten ihrer echten Alltagshelden.

Unter dem Torbogen eines Hauses fand ich direkt auf die Wand gemalt diese Inschrift: “In questa casa visse Don Gaetano Vitale che a tanti fanciulli diede vita col latte delle sue asine”.

Don Vitale war der Milchmann des Viertels Capo. Während des Zweiten Weltkriegs war Kuhmilch knapp und teuer. Don Vitale hatte jedoch auch einen kleinen Stall mit Eselinnen, die ebenfalls Milch gaben. Eselsmilch war besonders wertvoll für schwache und kranke Kinder, weil ihre Zusammensetzung der menschlichen Muttermilch ähnlicher ist als die von Kuhmilch.

Jeden Tag brachte Don Vitale die Milch auf den Markt und verkaufte sie zu normalen Preisen – aber nur an diejenigen, die es sich leisten konnten. Im Capo erinnert man sich bis heute an einen Satz über den Milchmann: “Chi ha i piccioli se lo compra, chi non ha piccioli se lo beve lo stesso”. Er half allen, unabhängig davon, ob sie bezahlen konnten oder nicht.

Und hier beginnt die Legende des Capo. Eine offizielle Bestätigung dafür habe ich nicht gefunden, aber allein die Tatsache, dass diese Geschichte bis heute weitererzählt wird, zeigt, wie wichtig sie für das Viertel ist.

Man erzählt, dass eines der Kinder, die den Krieg dank Don Vitales Eselsmilch überlebt hatten, später nach Amerika auswanderte. Jahre danach kehrte dieser Mann nach Palermo zurück, um Don Vitale zu finden und ihm zu danken. Doch der Milchmann war inzwischen gestorben. Also malte der Mann diese Inschrift zu seinem Andenken an die Wand seines Hauses.

Und das Viertel Capo bewahrt sie bis heute.

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