Ein weiterer Zauber der alten palermitanischen Küche sind Panelle und Crocchè. Bei Crocchè ist fast alles klar: Es handelt sich um Kroketten, die sich natürlich von den klassischen unterscheiden, besonders durch ihren Namen. Wegen ihrer länglichen Form nennen die Einheimischen sie Cazzilli, was wörtlich „kleine Penisse“ bedeutet.
Panelle, die häufig zusammen mit Crocchè auf einem Teller serviert werden, sind einfache, in Öl frittierte Fladen aus Kichererbsenmehl. Sie sind sehr dünn, lecker und sättigend. Man erzählt, dass man sie früher, wenn das Meer keinen Fisch hergab oder die Menschen einfach kein Geld dafür hatten, in Form kleiner Fische zubereitete. Anschließend wurden sie in altem Fischöl frittiert, damit sie dessen Geschmack annahmen und man sich vorstellen konnte, ein vollständiges Fischessen auf dem Tisch zu haben. Man nannte sie Pisci-panelli, also „Fisch-Panelle“.
Manchmal fällt es mir schwer, mir vorzustellen, wie die Menschen früher lebten und was sie aßen. In einer historischen Quelle heißt es, dass Panelle und Crocchè ursprünglich zu Weihnachten frittiert wurden – als erschwingliches Essen für arme Familien. Ich kann mir kaum vorstellen, was sie an einem gewöhnlichen Tag aßen.
Ein weiteres Gericht, das nach der Zubereitung von Panelle und Crocchè entstand, hieß Rascature, wörtlich abgeleitet vom Verb raschiare, „abkratzen“. Nach der Zubereitung von Panelle und Crocchè kratzte man die Reste der Kichererbsen- und Kartoffelmasse von den Wänden der Töpfe, formte daraus kleine Pyramiden und frittierte sie noch einmal.
Und was kann man tun, damit es noch sättigender wird? Natürlich Brot hinzufügen. Heute ist eines der klassischen Sandwiches in Palermo ein Brötchen, das mit Panelle und Crocchè gefüllt ist. Brot mit Kartoffeln und einem Kichererbsenfladen! Ehrlich gesagt bin ich ein Fan von Crocchè und Panelle, aber ohne Brot.
