Palazzo Abatellis
Einer der Orte in Palermo, bei denen ich mir am unsichersten bin. Für mich ist es einfacher, ihn Punkt für Punkt zu erzählen, damit jeder selbst entscheiden kann, ob er hingehen möchte oder nicht. Wenn es allerdings der erste Sonntag im Monat ist, ist der Eintritt ins Museum sehr wahrscheinlich kostenlos, und dann lohnt es sich auf jeden Fall, wenigstens für einige Werke vorbeizuschauen.
Heute beherbergt der Palazzo Abatellis die Galleria Regionale della Sicilia. Im 15. Jahrhundert war er jedoch das Wohnhaus eines Beamten des Königreichs Sizilien, eines sehr einflussreichen Mannes, der für die königlichen Häfen und den Seehandel zuständig war. Er war zweimal verheiratet, hatte aber leider aus keiner der beiden Ehen Kinder. Damit gab es auch keinen Erben für sein Vermögen. Deshalb wurde der Palazzo Abatellis einem Kloster vermacht.
Das klösterliche Leben im Palazzo dauerte etwa 400 Jahre, bis zum Zweiten Weltkrieg. Nach dem Krieg wurde der Palazzo zu einem Museum. Und das sind die Dinge, die ich dort persönlich am interessantesten fand.
Eines der berühmtesten Werke ist ohne Zweifel das Fresko Triumph des Todes. Es ist riesig, etwa 6 mal 6,5 Meter, und wirklich beeindruckend. Im Zentrum sieht man das Skelett des Todes auf einem Pferd, das bereits über Adel und Klerus hinweggefegt ist. Ein Symbol dafür, dass wir am Ende alle sterblich sind. Das Fresko ist so angebracht, dass man es sowohl von unten als auch vom oberen Stockwerk sehen kann. Ein wirklich eindrucksvoller Anblick.
Das Zweite, was mich im Museum aufgehalten hat, war ein kleiner Saal im Erdgeschoss mit Marmorskulpturen von Meistern der sizilianischen Renaissance. Ich liebe Marmorskulpturen, deshalb hat mich das natürlich sofort angesprochen.
Und das wichtigste Werk, wegen dem ich manchmal wiederkomme, ist die Annunziata von Antonello da Messina. Aber sie verdient einen eigenen Artikel.
Ansonsten ist das Museum ziemlich stark religiös geprägt, was wahrscheinlich widerspiegelt, welche Themen die Kunst auf Sizilien in dieser Zeit besonders bestimmt haben.