Man sagt, in Palermo wachse der größte exotische Baum Europas. Ich sage bewusst „man sagt“, denn unsere Stadt hat so viele Orte, die als die größten, die ältesten oder die schönsten gelten, dass ich vieles erst zwei- oder dreimal überprüfe, bevor ich es wirklich glaube.
Nach Garibaldis Sieg wurde auf der Piazza Marina ein öffentlicher Garten angelegt. Dort pflanzte man Bäume, die aus den Regionen rund um den Pazifik stammten. Einer davon ist unser beeindruckender Ficus macrophylla f. columnaris, auch bekannt als Moreton-Bay-Feige. Dieser Baum ist wahrhaft majestätisch und beeindruckend.
Sein besonderes Merkmal sind die Luftwurzeln. Sie wachsen von den Seitenästen nach unten, erreichen nach und nach den Boden und werden dort zu natürlichen Stützen für die schweren Äste. So kann der Baum immer weiter wachsen und sich ausbreiten. Auf dem Boden wirken diese Wurzeln wie riesige, flache Schlangen, die sich in alle Richtungen schlängeln – ihre Kraft und Größe sind wirklich faszinierend.
Der Giardino Garibaldi ist nicht der einzige Ort, an dem man diese außergewöhnlichen Feigenbäume sehen kann. Wenn man die Hauptstraßen ein wenig hinter sich lässt, entdeckt man immer wieder kleine Plätze an Straßenkreuzungen mit Bänken im Schatten derselben gewaltigen Baumkronen. Dort im Schatten zu sitzen gehört für mich zu den schönsten kleinen Momenten, die Palermo zu bieten hat.
