Anfangs habe ich Porta Felice als „glückliches Tor“ übersetzt, und dieser Name hat mir sehr gut gefallen. Später habe ich jedoch erfahren, dass das Tor nach einer Frau namens Felice benannt wurde, der Ehefrau des Vizekönigs. Porta Felice ist das Stadttor zur Meerseite, am gegenüberliegenden Ende der Via Vittorio Emanuele (Cassaro), direkt gegenüber der Porta Nuova.
Das Tor hat eine ungewöhnliche Form, denn es wird – anders als die meisten Stadttore – nicht von einem Bogen überspannt. Damit sind mehrere palermitanische Legenden verbunden, oder genauer gesagt gesellschaftlicher Klatsch. Die bekannteste erzählt, dass man das Tor im 18. Jahrhundert scherzhaft i corna a luna – „Hörner unter dem Mond“ – nannte. Es war das einzige Stadttor, das erst sehr spät geschlossen wurde. Direkt daneben verlief die Uferpromenade, auf der der Adel gerne abendliche Spaziergänge unternahm – auch romantische. Die Einwohner scherzten, der Bogen sei absichtlich nie gebaut worden, damit betrogene Ehemänner durch die Porta Felice gehen könnten, ohne mit ihren Hörnern dagegenzustoßen.
Als ich Palermo zum ersten Mal vom Meer aus erreichte, hatte ich genau auf diesen Blick gewartet. Ich wollte die Stadt aus einer anderen Perspektive sehen. Zuerst erscheinen die historischen Paläste, die Uferpromenade und die Parks, die schließlich zur Porta Felice führen, dem Tor zur Hauptstraße der Stadt.
